Finanzierung & Förderung

Finanzierungsplan

Wenn Sie ermittelt haben, wie viel Geld Sie für ein Investitionsvorhaben brauchen, müssen Sie sich um die Finanzierung kümmern, also Geldquellen für Ihr Vorhaben finden.

Quellen sind:

  • Eigenkapital (Ihr eigenes Geld oder Beteiligungskapital anderer Geldgeber) sowie
  • Fremdkapital (Bankkredite und öffentliche Fördermittel).

Eigenkapital

Eine Kreditfinanzierung größerer Vorhaben ohne eigenes Kapital ist nicht unmöglich, aber schwierig.
Je mehr Eigenkapital Sie haben, desto besser:

  • für Ihre Kreditwürdigkeit gegenüber Geldgebern. Denn nur wer bereit ist, auch eigenes Geld zu riskieren, erweckt Vertrauen bei Kreditgebern
  • als Sicherheits- und Risikopolster, um finanzielle Engpässe zu vermeiden, die zur Insolvenz führen können

Der Anteil des unternehmerischen Eigenkapitals am Gesamtkapital sollte möglichst nicht unter 20 Prozent liegen, eher darüber.

Das investierte Eigenkapital muss Zinsen "abwerfen", und zwar in Form des Gewinns bzw. des Jahresüberschusses. Vergleichen Sie, wie viel Zinsen Sie bekommen würden, wenn Sie Ihr Geld anlegen würden. Sollte der Zinsertrag höher sein als Ihr Unternehmergewinn, müssen Sie schnellstens den "Kurs" ändern.

Bankkredite

Wenn Sie wissen, wie viel Eigenkapital sie in ein Investitionsvorhaben stecken können (und wollen), können Sie ausrechnen, wie viel zusätzliches Geld Sie benötigen. Kredite erhalten Sie von Ihrer Bank oder Sparkasse zu den aktuellen Zinssätzen. Die Laufzeit eines Kredits sollte mit der Nutzungsdauer der Investition übereinstimmen, die Sie mit dem Kredit finanzieren wollen.

Für das in Anspruch genommene Fremdkapital müssen Sie an den Kreditgeber Zinsen abführen. Hinzu kommen regelmäßige Tilgungsraten. Diesen Kapitaldienst müssen Sie bei Ihrer Finanzplanung berücksichtigen, da er sich unmittelbar auf die Liquidität des Unternehmens auswirkt.

Gerade in der Anfangsphase kann es verlockend sein, die Tilgung eines Kredits möglichst lang zu strecken. So verbessern Sie Ihre Liquidität. Sie sollten dabei jedoch nicht außer Acht lassen, dass jede Tilgungsstreckung Ihren Kredit insgesamt verteuert.

Achten Sie auf das finanzielle Gleichgewicht ihres Unternehmens und stimmen Sie die folgenden Faktoren aufeinander ab:

  • Höhe des Kapitalbedarfs
  • Quelle der Kapitalbeschaffung
  • Erforderliche Kapitalnutzungsdauer
  • Tilgungsvereinbarung (Kapitalüberlassungsdauer)

"Goldene Finanzierungsregel"

Langfristige Kapitalbindungen (Anlagevermögen) sollten über langfristige Finanzierungen (Eigen- und langfristiges Fremdkapital) finanziert werden. Auch der so genannte Bodensatz an Umlaufvermögen (Vorräte und ausstehende Forderungen) sollte langfristig finanziert sein. Als Faustformel gilt: Mindestens ein Monatsumsatz ist immer in Forderungen gebunden.
Achtung: Mit steigendem Umsatz nimmt auch der Kapitalbedarf für dessen Vorfinanzierung zu.

Förderprogramme

Sie bieten vor allem Darlehen, aber auch nicht-rückzahlbare Zuschüsse an. Typisch für öffentliche Förderdarlehen sind u.a. günstige Zinsen, lange Laufzeiten und häufig eine rückzahlungsfreie Zeit, bis Sie mit der Rückzahlung beginnen müssen und in der Sie in Ruhe "Geld verdienen" können.


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