Kommunikation intensivieren
1. Für Glaubwürdigkeit und Vertrauen sorgen
In Krisenzeiten wird die richtige Kommunikation zum Erfolgsfaktor des Unternehmens. Sie sollte darauf ausgerichtet sein, Glaubwürdigkeit und damit Vertrauen zu bewahren bzw. zurück zu gewinnen. Dies ist nur möglich, wenn die Geschäftsführung eine klare und offene Kommunikation betreibt.
2. Gerüchte vermeiden
Informieren Sie Mitarbeiter, Auftraggeber, Lieferanten, Kunden und Banken rechtzeitig über Ihre Schieflage, sonst laufen Sie Gefahr, die Krise noch weiter zu verstärken: Spekulationen und Gerüchte erhalten enormen Auftrieb.
3. Kunden binden
Stammkunden zu halten, ist deutlich preiswerter, als neue Kunden zu akquirieren. Kundenbindung ist also eine wichtige Aufgabe für ein erfolgreiches Unternehmen. Der Kontakt zum Kunden darf niemals abreißen und das Vertrauen muss erhalten werden.
Neue Märkte entdecken
1. Kooperationen ausloten
Der Verbund mit anderen Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) hilft, Synergien zu nutzen. Zudem lassen sich Aufträge akquirieren, die ein Unternehmen allein nie bekommen würde.
2. International denken
Die Globalisierung geht allen Krisensymptomen zum Trotz weiter. Gerade jetzt räumt manch notleidendes Unternehmen lukrative Absatzfelder im Ausland. Aber Vorsicht: Ohne Vor-Ort-Kenntnisse, eine sichere Finanzierung und juristische Absicherung wird die Expansion zum unkalkulierbaren Abenteuer.
3. Wettbewerb beobachten und Innovationen vorziehen
Es lohnt, die Branche im Blick zu haben, um Veränderungen zu beobachten. Produktentwicklungen der Forschungsabteilung gehören schnellstens auf den Markt. Wer jetzt mit neuen Angeboten präsent ist, demonstriert Innovationsführerschaft sowie Stärke.
Checklisten
Personal halten
1. Kurzarbeit und Qualifizierung
In wirtschaftlich schweren Zeiten hilft Kurzarbeit, die Personalkosten schnell und flexibel zu senken. So müssen Sie niemandem kündigen und damit gut ausgebildete und eingearbeitete Fachkräfte aufgeben. Stattdessen kann die arbeitsfreie Zeit für die weitere Qualifizierung der Mitarbeiter genutzt werden. Seit 1. Januar 2009 kann Kurzarbeit die Betriebe noch länger entlasten. Es gilt eine neue maximale Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld: Statt wie bisher für sechs können Unternehmen nun für einen Zeitraum von maximal 18 Monaten die Leistung beantragen.
Achtung: Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden.
2. Qualifizieren statt Entlassen
Bevor Sie Personal entlassen, prüfen Sie, ob es nicht sinnvoller ist, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzubilden. Qualifizierte Fachkräfte sind einer der wichtigsten Faktoren für den Erhalt und den Ausbau der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Weiterbildung bringt Wettbewerbsvorteile und Innovationskraft für die Unternehmen, ebenso Zusatzqualifikationen und Aufstiegschancen für die Arbeitnehmer. Neu ist, dass für Bezieher von konjunkturellem Kurzarbeitergeld und Saisonkurzarbeitergeld die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen gefördert werden kann. Bisher galt dies nur für Bezieher von Transferkurzarbeitergeld.
3. Freiwillige Leistungen streichen
Zahlungen aussetzen - in Betracht kommen Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Zuschüsse und Prämien. Voraussetzung ist, dass die zu streichenden Zahlungen unter einem wirksamen Freiwilligkeitsvorbehalt stehen. Anderenfalls, kann eine (vorübergehende) Streichung nur im beiderseitigen Einverständnis erfolgen.
4. Betriebsbedingt entlassen
Wenn sich die Geschäftslage wieder bessert, sind die Mitarbeiter/Fachkräfte unter Umständen nicht mehr verfügbar. Und es drohen gerichtliche Auseinandersetzungen. Prüfen Sie unbedingt vorher, ob Sie sich im Zusammenhang mit Fördermitteln für die Schaffung bzw. den Erhalt der Arbeitsplätze vertraglich verpflichtet haben.
Übersichten
Steuerliche Möglichkeiten nutzen
1. Vorauszahlungen senken
Sobald Umsätze und Gewinne sinken, kann die vierteljährliche Steuervorauszahlung ans Finanzamt reduziert werden – ein formloser Antrag mit Zahlen der letzten Geschäftsmonate genügt. Wer dagegen jetzt für gute Jahre nachzahlen muss, kann Steuerstundung beantragen.
2. Risiken bilanzieren
Wenn Sonderverkäufe nicht infrage kommen, kann die Neubewertung der Lagerbestände in der Bilanz sinnvoll sein. Etliche Produkte sind schließlich nur noch mit Preisabschlägen absetzbar. Dazu wird die Differenz von voraussichtlichen Neupreisen und Inventurwerten als Verlust gebucht.
3. Abschreibungen erhöhen
Lassen sich neue Maschinen und Anlagen nicht wie geplant einsetzen, kann unter Umständen außer der Reihe abgeschrieben werden – für außergewöhnliche wirtschaftliche Abnutzung. Das ist erlaubt bei Großaufträgen, Überkapazitäten, Produktumstellungen.
4. Finanzen neu bewerten
Wenn Kunden Rechnungen immer später bezahlen, sind Abschläge auf die Außenstände möglich. Als pauschale Wertberichtigung werden durchweg ein Prozent akzeptiert. Bei Insolvenz des Kunden darf komplett abgeschrieben werden.
Eigenkapital und Liquidität sichern
1. Alternativ finanzieren
Leasing schont das Eigenkapital. Die schnelle Liquiditätsverbesserung durch Factoring verbessert die Bilanzkennziffern der Unternehmen.
2. Zinskonditionen sichern
Regierungen und Notenbanken tun zwar alles, um die Zinsen möglichst niedrig zu halten. Trotzdem spricht vieles dafür, dass Darlehen teurer werden. Es ist deshalb höchste Zeit, Kreditverträge zu verlängern und möglichst langfristige Zinsbindungen auszuhandeln. Bei Kontokorrentlinien schützen Zinsbegrenzungen.
3. Eigenkapital ausbauen
Gewinne in diesem Jahr nicht mehr ausschütten, sondern thesaurieren. Außerdem prüfen: die Aufnahme neuer Gesellschafter, zum Beispiel von Mitarbeitern oder Beteiligungsgesellschaften. Das funktioniert aber nur, solange die Firma noch profitabel ist.
4. Umschulden
Anschaffungen halten in der Regel entweder kürzer oder länger als gedacht. Kaum ein Unternehmer passt seine Finanzierung aber konsequent an den aktuellen Stand an. Die Umschuldung senkt die Zinsen oder schont die Liquidität.
5. Skonto nutzen
Wer auf den Preisnachlass verzichtet, zahlt drauf: Drei Prozent verschenkter Rabatt bei einem Zahlungsziel von acht statt 30 Tagen entspricht einem Jahreszins von satten 49 Prozent.
Übersicht
Checkliste
Quelle: In Anlehnung an IHK Dresden


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