Finanzierung & Förderung

Sanierung

Wenn absehbar ist, dass eine Krise in Ihrem Unternehmen andauert, müssen Sie entschlossen handeln und "das Ruder herum werfen" (Turnaround). Dies erscheint vor allem dann notwendig, wenn

  • sich die Liquiditäts- und/oder Ertragssituation nicht kurzfristig und anhaltend verbessern (und meist sollte man besser davon ausgehen),
  • wenn vielleicht auch Ihre beunruhigte Hausbank schon um ein Gespräch gebeten hat,
  • die Kreditmöglichkeiten weitgehend ausgeschöpft sind und dringende Zahlungen anstehen.

Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung:

  • Ihr Unternehmen arbeitet grundsätzlich rentabel.
  • Sie kennen Ihren Markt und Ihre Wettbewerber gut.
  • Ihre Wettbewerber sind vielfach alle in der gleichen schlechten Situation.
  • Sie haben kompetente, verantwortungsbewusste und motivierte Mitarbeiter, die Ihnen vertrauen

Sanierung ist Chefsache

Vorbildliches Verhalten der Unternehmensleitung muss sein, damit die Mitarbeiter Veränderungen und Sparpläne akzeptieren und umsetzen helfen! Nehmen Sie die besten Leute aus ihrem Unternehmen und bilden Sie ein "Sanierungsteam". Sorgen Sie unbedingt für externe Hilfe (Unternehmensberater, Sanierungs-Experten)! Außenstehende können Ihre besonderen Probleme oft besser analysieren als Sie selbst.

Sechs Merkpunkte zur Unternehmens-Sanierung

1. Überprüfen Sie Ihr Unternehmenskonzept

  • Sind Ihre Produkte heute noch so gefragt wie früher?
  • Sind Sie inzwischen von Wettbewerbsprodukten eingeholt worden?
  • Gibt es neue Trends?
  • Sind Ihre Märkte gesättigt?
  • Ist Ihr Vertrieb erfolgreich?
  • Haben Sie besonders hohe Kosten?
  • Haben Sie das richtige Führungspersonal?
  • Bei Kapitalgesellschaften: Welche Fristen sind bzgl. der (drohenden) Insolvenzantragspflicht zu beachten?

Wichtig: Besinnen Sie sich auf das, was Sie am besten können!

2. Mögliche Sofortmaßnahmen gegen Zahlungsunfähigkeit

  • Bareinlage/Gesellschafter-Darlehen
  • Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Vermögensteilen
  • Bestands-Sonderverkauf
  • massives Einholen von Forderungen
  • Übergabe an Inkasso-Firmen

3. Erste Schritte zur Liquiditätsverbesserung

  • Stillhalte-Abkommen mit Kreditinstituten und Lieferanten schließen und dabei Vertrauen stärken
  • Aufbau eines effizienten Forderungsmanagements
  • Rechnungswesen verbessern
  • Privatentnahmen anpassen
  • Prüfen, ob öffentliche Förderprogramme des Bundes und/oder der Länder in Anspruch genommen werden können (Darlehen, Bürgschaftsprogramme usw.)
  • Verhandlungen mit Factoring-Instituten

4. Stabilisierung der Rentabilität

  • Straffung der Organisation "Keep it simple and flexible"
  • Ausgelagerte Buchhaltung im Unternehmen selbst durchführen
  • Verminderung der betrieblichen Kosten (Dienstwagen, Zulagen)
  • Einführung einer leistungsbezogenen Vergütung

5. Möglichkeiten zur langfristigen Stärkung des Unternehmens

  • Unternehmensstruktur verändern: neue Gesellschafter, Eingliederungen, Auslösungen, Verselbständigung von Service-Abteilungen usw.
  • besseren Standort suchen
  • Standorte zusammenlegen (Produktion und Lager)
  • Entscheiden: selbst produzieren oder dazukaufen?
  • neue Produkte, Programme, Sortimente entwickeln
  • neue Produktionsverfahren einführen (effektiver, kostengünstiger)
  • neue Märkte erschließen
  • frühzeitig Chancen und Risiken erkennen

6. Straffe Umsetzung

  • Welche Maßnahmen sollen umgesetzt werden, um das gesteckte Ziel zu erreichen?
  • Wer soll diese Maßnahmen umsetzen?
  • Wann sollen die Maßnahmen beendet sein?
  • Wann sollen sie anfangen?


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