Liquidität

Controlling

Viele junge Unternehmen wirtschaften mit Volldampf ins Blaue und leiden z.B. unter mangelnder Liquidität, zu hohen Kosten oder darunter, nicht genügend (neue) Kunden für ihre Produkte oder Dienstleistungen zu finden und folglich zu wenig Umsatz zu machen.

Erst wenn Gläubiger Mahnbescheide schicken, fragt sich so mancher Unternehmer: Was habe ich falsch gemacht? Was hätte ich vermeiden oder anders machen können? Nun beginnt die Suche nach den Ursachen für die Probleme. Das ist Kontrolle. Durch Kontrolle analysiert man Vergangenes. Das ist zweifellos wichtig, reicht aber nicht. Wichtiger ist Kontrolle im Voraus. Das ist Controlling.

Für eine erfolgreiche Unternehmensführung ist ein systematisches Controlling unerlässlich. Es liefert Ihnen unternehmensbezogene Daten, auf deren Grundlage Sie erst systematisch planen und entscheiden können.

Controlling beginnt in der Buchführung

Kernstück für das Controlling von Unternehmen ist eine professionell strukturierte Buchführung. Neben der Dokumentation der Geschäftsvorfälle dient diese auch als betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument. Je schneller geschäftliches Handeln im Rechnungswesen Niederschlag findet, desto höher ist der Wert der Informationen, die sich daraus für die Unternehmensführung ergeben.

Controlling gibt Antworten auf beispielsweise folgende Fragen

  • Wie sollen sich Ihre Personalkosten entwickeln?
  • Mit welchen Produkten und Leistungen wollen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kunden besser als Ihre Mitbewerber befriedigen?
  • Wie produktiv arbeiten Ihre Mitarbeiter? Sind Ihre eingesetzten Maschinen optimal ausgelastet?

Das Datenmaterial für die Antworten muss Ihnen Ihr Rechnungswesen (vor allem Kostenrechnung, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) liefern können.

Controlling ist Planung

Zum Controlling gehört eine langfristige Unternehmensplanung (Strategisches Controlling). Sie beschreibt, wohin sich Ihr Unternehmen entwickeln soll. Was wollen Sie langfristig erreichen? Dazu kommt, entsprechend konkrete Maßnahmen zu planen (Operatives Controlling). Beispiele: Was genau ist erforderlich, damit die Personalkosten langsamer steigen als der Umsatz? Was muss man tun, damit Forderungsausfälle stärker reduziert werden können?

Controlling ist Steuerung

Controlling ist zuständig für die "Marschroute" und feine kontinuierliche Verbesserung im Unternehmen. Die Instrumente des Controlling-Systems lassen sich vergleichen mit den Instrumenten im Cockpit eines Flugzeugs. Der Pilot gibt Ziel-Werte in das Navigationssystem ein, die er dann laufend mit den Ist-Werten abgleichen muss. Je nach Position muss er dann den Kurs korrigieren.

Controlling ist Kontrolle

Aufgabe des Controlling ist festzustellen, ob die gesteckten Ziele erreicht worden sind oder nicht, wo man Abweichungen von diesen Zielen erkennen kann und welches die Gründe für diese Abweichungen sind.

Zentrale Controllingaufgabe: die Finanzplanung

Eine besonders sensible und deshalb "pflegebedürftige" Größe des Unternehmens ist sein Finanzplan. Er soll insbesondere den unternehmerischen Erfolg (Rentabilität) berechnen und sicherstellen, dass das Unternehmen jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Gerade das Liquiditäts-Controlling sollte nicht erst bei akuten Liquiditätskrisen oder auf Drängen der Hausbank eingeführt werden.

Rating

Das Rating ist eine Art Gutachten über die Kreditwürdigkeit (Bonität) Ihrer Person und Ihres Unternehmens durch die Hausbank. Je besser die Kreditwürdigkeit, desto geringer ist das Risiko für die Bank, desto eher bekommen Sie einen Kredit, und desto niedriger können unter Umständen die Zinsen für diesen Kredit ausfallen. Dabei hängt Ihre Kreditwürdigkeit entscheidend davon ab, wie gut Sie Ihr Unternehmen "im Griff haben", wie gut also Ihr Controlling ist.


Artikel bewerten