Liquidität

1. Schritt (Controlling):
Der Blick nach innen - Status beschreiben

Um über die weitere Entwicklung Ihres Unternehmens zu entscheiden, benötigen Sie zunächst einen Überblick über Ihre aktuelle Situation. Je nachdem, wie gut oder schlecht Sie „da stehen“, ergibt sich ein Handlungsbedarf, den Sie im Folgenden planen und in die Tat umsetzen müssen.

Finanzplanung

Dafür sollten Sie Zahlen zu Ihrer Finanzplanung beschaffen und unter die Lupe nehmen. Die im Folgenden genannten Finanzplanungs-Posten sind die wichtigsten einer gängigen Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA). Eine BWA gibt dem Unternehmer Auskunft über seine Kosten- und Erlössituation sowie über Vermögens- und Schuldverhältnisse. Jedes Unternehmen sollte sie monatlich vornehmen. Die Daten für eine BWA liefert die Buchhaltung bzw. der Steuerberater. Idealerweise hat man zum Start seines Unternehmens einen Businessplan erstellt.

In diesem Plan sind zumindest die wichtigsten Zahlen zur Finanzplanung enthalten:

  • Umsätze für Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen
  • Gewinn vor Steuern
  • Materialkosten
  • Raumkosten
  • Personalkosten
  • Verwaltungskosten
  • Vertriebskosten
  • Abschreibungskosten (AfA)
  • Zins- + Tilgungskosten für Kredite
  • Periodenfremde + außerordentliche Kosten

Kennzahlen

Wichtige Controlling-Instrumente sind Kennzahlen. Es gibt sie für alle möglichen Bereiche und Sachverhalte in Unternehmen. Sie helfen dabei, diese Bereiche und Sachverhalte mit Hilfe knapper Zahlenwerte unter die Lupe zu nehmen und zu beurteilen. Welche Kennzahlen für ein Unternehmen wichtig, und in welchen Abständen man diese Kennzahlen prüfen sollte, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab.
Kernfragen sind: Wo gibt es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Hindernisse, die gesetzten Ziele (Soll-Werte) zu erreichen? Wie entscheidend sind die Kennzahlen für den Unternehmenserfolg? Sie sollten sich zu Beginn einer Planungs- und Kontrollperiode genau überlegen, mit welchen Kennzahlen Sie Ihr Unternehmen steuern wollen. Hilfreich ist es, möglichst viele Kennzahlen zu erheben, um bei Bedarf Ursachen für bestimmte Veränderungen erkennen zu können.

Die hier ausgewählten Kennzahlen sind unterteilt in besonders wichtige und weniger wichtige Kennzahlen. Die besonders wichtigen Kennzahlen sollten Sie wöchentlich oder zumindest monatlich ermitteln. Bei den weniger wichtigen können die Zeiträume ggf. größer sein.

Leistung des Unternehmens

Wichtige Kennzahlen:

  • Auftragsbestand (Euro-Summe aller verbindlich erteilten Aufträge, die noch nicht ausgeliefert und berechnet sind)
  • Auftragseingang (Euro-Summe aller verbindlich erteilten Aufträge)
  • Umsatz je Mitarbeiter (Euro-Summe)
  • Relation der abgegebenen Angebote zu gewonnenen Aufträgen (Quotient)
  • Durchschnittliche Kosten pro Auftrag (Euro-Summe)
  • Durchschnittliche Herstellkosten pro Produkt (Euro-Summe)
  • Durchschnittlicher Preis für Auftrag (Euro-Summe)
  • Durchschnittlicher Preis für Produkt (Euro-Summe)

Weniger wichtige Kennzahlen:

  • Auftragserwartung aus gestellten Angeboten (Euro-Summe)
  • Durchschnittliches Auftragsvolumen je Kundenauftrag (Euro-Summe)
  • Durchschnittliches Auftragsvolumen je Lieferantenauftrag (Euro-Summe)
  • Anteil Vertriebskosten am Umsatz (für Handel) (Euro-Summe)
  • Zahl der Tage von Kundenanfrage bis Auslieferung
  • Zahl der Tage von Auftragsauslieferung bis Rechnungsschreibung
  • Zahl der Tage von Rechnungsschreibung bis Zahlungseingang
  • Gesamte Materialkosten (Euro-Summe)
  • Gesamte Personalkosten (Euro-Summe)
  • Anteil Material- an Gesamtkosten (Quotient)
  • Anteil Personal- an Gesamtkosten (Quotient)
  • Umsatz pro Mitarbeiter (Euro-Summe)

Kunden des Unternehmens

Wichtige Kennzahlen:

  • Zahl „kaufende“ Kunden
  • Zahl Neukunden
  • Umsatz pro Kunde (Euro-Summe)
  • Zahl der Reklamationen
  • Zahl der Kundenverluste an Wettbewerber

Weniger wichtige Kennzahlen:

  • Zahl wichtiger Kunden, die seit… nicht mehr gekauft haben
  • Kundenverteilung (ABC-Kunden)

Wettbewerber des Unternehmens

Weniger wichtige Kennzahlen:

  • Zahl neuer Wettbewerber
  • Zahl neuer Produkte der Wettbewerber
  • Zahl der Insolvenzen unter Wettbewerbern
    ( = Branchenentwicklung)

Finanzen des Unternehmens

  • Bestand Forderungen aller gebuchten, aber noch nicht bezahlten Ausgangs-Rechnungen (Euro-Summe)
  • Höhe des Guthabens in der Barkasse und auf der Bank (Euro-Summe)
  • Laufende Kredite (Euro-Summe)
  • Leasing- und Mietkosten (Euro-Summe)
  • Zahl der Mitarbeiter
  • Bestand Verbindlichkeiten (Euro-Summe der gebuchten, aber noch nicht bezahlten Eingangs-Rechnungen)
  • Forderungsausfälle (Euro-Summe)
  • Lagerbestand (Euro-Summe)
  • Lieferantenverteilung (ABC-Lieferanten)

Weniger wichtige Kennzahlen:

  • Investitionssumme im Verhältnis zum Umsatz (Quotient)
  • Zinsen für langfristige Kredite (Euro-Summe)
  • Zinsen für Kontokorrent-Kredit (Euro-Summe)

Zukunft des Unternehmens

Wichtige Kennzahlen:

  • Zahl der Reklamationen
  • Reklamationskosten (Euro-Summe für nicht bezahlte Leistungen plus Rückabwicklung)
  • Zahl verfügbarer neuer Produktideen
  • Zahl der langfristigen Kundenbeziehungen (z. B. Rahmenverträge)

Weniger wichtige Kennzahlen:

  • Höhe des Anlagevermögens (Euro-Summe)
  • Höhe der Investitionen (Euro-Summe)



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