Der Deckungsbeitrag bezeichnet den Betrag, den ein Produkt bzw. eine Dienstleistung zur Deckung der Fixkosten in Ihrem Unternehmen leistet. Betrachtet man, welchen Betrag der Verkauf eines einzelnen Artikels über die variablen Kosten hinaus einbringt, spricht man von Stückdeckungsbeitrag.
Um diese Kennzahlen errechnen zu können, müssen Sie wissen, welchen Anteil fixe und variable Kosten bei der Produktion bzw. bei der Erbringung einer Dienstleistung haben. Fixkosten sind die Kosten, die gleich bleiben, egal wie viel Sie produzieren bzw. wie häufig Sie eine Dienstleistung erbringen. Variable Kosten hingegen sind abhängig von der Produktionsmenge bzw. Anzahl der erbrachten Dienstleistungen. Für einen Bäcker gehören also Ladenmiete sowie Kosten für das fest angestellte Personal zu den fixen Kosten, die Ausgaben für die Zutaten und Aushilfskräfte aber zu den variablen Kosten.
Den Deckungsbeitrag für ein Produkt bzw. eine Dienstleistung finden Sie heraus, indem Sie die variablen Kosten, die das Produkt bzw. die Dienstleistung verursacht, vom Umsatz, der mit dem Produkt bzw. der Dienstleistung erzielt wird, abziehen. Für das Beispiel der Bäckerei bedeutet das: Wenn die Brötchen für je 0,50 Euro verkauft werden und jedes Brötchen variable Kosten in Höhe von 0,25 Euro verursacht, liegt der Stückdeckungsbeitrag auch bei 0,25 Euro. Da der Bäcker monatlich 3.000 Brötchen verkauft, erzielt er damit jeden Monat einen Deckungsbeitrag von 750,00 Euro.
Torten gibt es in der Bäckerei für 10,00 Euro. Die variablen Kosten für die Torten belaufen sich auf 4,00 Euro. Der Stückdeckungsbeitrag von 6,00 Euro pro Torte ist also deutlich höher als der Stückdeckungsbeitrag der Brötchen. Aber: Die Torten bringen dem Bäcker lediglich einen Deckungsbeitrag von 240 Euro, denn er verkauft im Monat nur 40 Stück. Die Produktion von Brötchen lohnt sich also allemal. Steigt jedoch die Nachfrage nach Brötchen und nach Torten, und der Bäcker hat nur noch begrenzte Kapazitäten, spricht der Stückdeckungsbeitrag dafür, dass er sich auf die Torten konzentrieren sollte. Dabei muss der Bäcker sich aber auch überlegen, welches Wachstumspotential er im Absatz beider Produkte sieht, und diese Prognose in seine Entscheidung mit einfließen lassen.
Generell gilt: Ein Produkt bzw. eine Dienstleistung ist erst dann aus dem Angebot zu streichen, wenn die Umsatzerlöse (pro Stück) nicht mehr die variablen Kosten decken, d.h. das Produkt/die Dienstleistung einen negativen Deckungsbeitrag erzielt und somit nicht mehr zur Deckung der fixen Kosten beiträgt.
Wenn Sie verschiedene Produkte oder Dienstleistungen anbieten, kann sich ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung allerdings bereits rentieren, wenn der damit erzielte Umsatz geringer ist als die Gesamtkosten in Ihrem Unternehmen - Sie insgesamt also den Break-Even-Point noch nicht erreicht haben. Wichtig ist nur, dass der Deckungsbeitrag positiv ausfällt. Auch wenn ein Produkt/eine Dienstleistung einen geringen Deckungsbeitrag aufweist, kann es lohnenswert sein, es im Portfolio zu belassen - es deckt dann zwar nicht die alle fixen Kosten, leistet aber einen Beitrag dazu. Haben Sie freie Kapazitäten, sollten Sie jenes Produkt am meisten produzieren bzw. jene Dienstleistung verstärkt anbieten, das bzw. die den höchsten Deckungsbeitrag leistet.
Bei einem Deckungsbeitrag von Null erwirtschaften Sie mit Ihrem Produkt/Ihrer Dienstleistung gerade die variablen Kosten, die verursacht werden. In diesem Fall haben Sie die absolute Preisuntergrenze erreicht. Da immer auch fixe Kosten anfallen, können Sie diese Preisuntergrenze nur kurzfristig halten oder müssen mit anderen Produkten ausreichende Deckungsbeiträge erzielen. Denn eines ist klar: Je höher die Deckungsbeiträge ausfallen, desto höher wird Ihr Gewinn.
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Deckungsbeitragsrechnung
Für den Erfolg Ihres Unternehmens ist es entscheidend, dass Sie Ihr Produkt- und Leistungsportfolio geschickt zusammenstellen. Unterschiedliche Produkte/Dienstleistungen verursachen unterschiedliche Kosten und Gewinne, und oft ist es nicht leicht, zu beurteilen, ob das Portfolio erweitert werden soll oder nicht. Bei solchen Entscheidungen kann Ihnen die Deckungsbeitragsrechnung helfen.


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