Liquidität

Liquiditätsplanung

Um die Liquidität eines Unternehmens zu planen und zu überwachen, muss sie systematisch vorausberechnet werden: mit Hilfe einer Liquiditätsrechnung, die auch den Zeitraum der nächsten sechs, besser jedoch zwölf Monate umfassen muss.

Stellen Sie Ihre Einnahmen Ihren Ausgaben gegenüber! Aus der Differenz der Einnahmen und Ausgaben ergibt sich der monatliche Saldo: die Liquidität, die Sie zur Verfügung haben, um Ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Womöglich stellt sich auch ein Liquiditäts-Fehlbetrag heraus, den Sie schnellstmöglich beheben sollten. Für eine effektive Liquiditätsrechnung sollten die folgenden Grundsätze befolgt werden:

Kostenrechnung und -planung

Die Liquiditätsplanung wird oft als die "Krönung" des betrieblichen Planungsprozesses bezeichnet. Voraussetzung für eine Liquiditätsplanung ist eine funktionierende und aussagefähige Kostenrechnung: Welche Kosten haben wir im Unternehmen? Wie hoch sind sie? Wann fallen sie an? Denn nachvollziehbar ist: Auszahlungen, die in Zusammenhang mit anfallenden Kosten stehen, reduzieren den Stand der verfügbaren Zahlungsmittel. Insgesamt müssen die Kosten niedriger sein als die Umsatzerlöse eines Unternehmens. Sonst sind weder Liquidität noch Gewinn zu erwarten.

Für eine bestimmte Planungsperiode (z.B. ein Quartal) muss außerdem ein Kostenplan erstellt werden: eine Übersicht darüber, was das Unternehmen in dieser Zeit leisten soll. Dieser Plan weist aus, zu welchem Zeitpunkt bestimmte Produkte hergestellt bzw. bestimmte Dienstleistungen erbracht sein sollen. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, den dafür notwendigen Aufwand zu ermitteln (z.B. notwendiges Material, benötigte Mitarbeiter usw.), der jeweils mit Kosten und entsprechenden Auszahlungen verbunden ist. In der Regel sind diese Ausgabenposten gleichmäßig über die einzelnen Monate der Planperiode verteilt. Dazu kommen Auszahlungen, die nur zu bestimmten Terminen fällig werden: z.B. Jahresversicherungsprämien, Kreditzinsen usw. Diese werden für den betreffenden Monat von den verfügbaren Zahlungsmitteln abgezogen.

Fälligkeitstermine beachten

Einnahmen bzw. Ausgaben verändern den Stand der verfügbaren Zahlungsmittel (Kassenbestand + Bankguthaben) täglich.

Wichtig bei den Abgängen: Wie viele Tage oder Wochen bleiben Ihnen, um die anstehenden Rechnungen Ihrer Lieferanten zu bezahlen? Wie lange können Sie über Ihre Zahlungsmittel anderweitig verfügen? Berücksichtigen Sie dabei die Fälligkeitstermine und nicht die Zahlungsfristen, die Sie tatsächlich in Anspruch nehmen.

Wichtig bei den Zugängen: Wann können Sie - für Produkte oder Leistungen - Ihren Kunden Rechnungen stellen? Wann können Sie damit rechnen, dass zusätzliche Zahlungsmittel in die Kasse fließen? Welches Zahlungsziel haben Sie den Kunden eingeräumt? Ab wann können Sie realistischer Weise damit rechnen, dass diese zusätzlichen Zahlungsmittel tatsächlich in der Kasse sind?

Wachstum finanzieren

Junge Unternehmen wollen und sollen wachsen. Das führt meist dazu, dass die Liquidität zusätzlich belastet wird. Vor allem Wachstumssprünge (z.B. ein neuer Großkunde) haben den Effekt, dass sie mit erheblichen Mitteln (z.B. für Personal, Material) vorfinanziert werden müssen, bis das erste Geld eingeht. Je länger die Auftragsdurchlaufzeiten im Unternehmen sind, desto ratsamer ist es, Wachstumsschritte durch eine gesonderte Finanzierung zu flankieren. Nicht selten hat sich ein junges Unternehmen an einem zu schnellen, unkontrollierten Wachstum verschluckt.

Umsatzsteuer nicht vergessen

Häufig spielt die Umsatzsteuer jungen Unternehmen bei der Liquiditätsplanung einen bösen Streich: Sie wird übersehen, vergessen, aber mit Sicherheit fällig! Bei jedem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen wird dem Kunden als durchlaufender Posten Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Die Umsatzsteuer muss monatlich oder quartalsweise an das Finanzamt abgeführt werden. Umgekehrt ist das Finanzamt verpflichtet, die Vorsteuer, die Sie an Lieferanten für Materialeinkäufe oder Dienstleistungen bezahlt haben, an Sie zu erstatten. Für jeden Unternehmer ist es daher unerlässlich, die Höhe der so genannten Zahllast (Differenz aus Umsatzsteuer abzüglich Vorsteuer) zu ermitteln. Dieser Betrag muss mit in die laufende Liquiditätsplanung aufgenommen werden.


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