Liquidität

Kennzahlen

Um die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu beurteilen, wird in der Praxis häufig mit so genannten Kennzahlen gearbeitet. Diese Kennzahlen werden z.B. dann besonders wichtig, wenn Banken über die Vergabe eines Kredites entscheiden sollen. Solche Kennzahlen gibt es auch, um die Liquidität eines Unternehmens zu beurteilen. Liquidität ist das Verhältnis von flüssigen Mitteln zu fälligen kurzfristigen Verbindlichkeiten. Dabei gibt es drei verschiedene Liquiditätsgrade:

Liquidität 1. Grades: Kurzfristige Zahlungsfähigkeit

Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie feststellen, wie viel Geld Sie in der Kasse und auf der Bank haben. Weiterhin müssen Sie Ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten (fällig binnen eines Jahres) addieren. Nun können Sie die Liquidität 1. Grades (Barliquidität) berechnen. Diese Kennzahl zeigt an, wie viel Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten Sie aus Kassen-, Bank- und Wechselbeständen bezahlen können.

Achtung: Der Richtwert für die Liquidität 1. Grades sollte bei 50 Prozent liegen. Dies besagt, dass 50 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch freie Barmittel abgedeckt sind. Das besagt auch, dass man sich - um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen - nicht allein auf Zahlungseingänge aus laufenden Umsatzerlösen (Forderungen) verlassen darf. Diese Zahlungseingänge treffen nämlich oft verspätet ein.

Liquidität 2. Grades: Mittelfristige Zahlungsfähigkeit

Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie nicht nur feststellen, wie viel Geld Sie in der Kasse und auf der Bank haben, sondern auch, welche Einzahlungen (Forderungen) für Lieferungen und Leistungen (monetäres Umlaufvermögen) Sie kurzfristig erwarten. Damit berechnen Sie die Liquidität 2. Grades (einzugsbedingte Liquidität). Sie ist aussagekräftiger als die Liquidität 1. Grades, denn da die meisten Verbindlichkeiten nicht sofort, sondern erst mit dem Datum des Zahlungsziels fällig werden, ist ein Barbestand in voller Höhe nicht erforderlich. Kurzfristig eingehende Forderungen können also mit berücksichtigt werden. Der einzige Unsicherheitsfaktor: Sie können nicht sicher sein, ob die Forderungen auch tatsächlich zum gewünschten Termin eintreffen.

Achtung: Der Richtwert für die Liquidität 2. Grades sollte deutlich über 100 Prozent liegen.

Liquidität 3. Grades: Langfristige Zahlungsfähigkeit

Hierbei wird das gesamte Umlaufvermögen, also flüssige Mittel, kurzfristige Forderungen sowie Warenvorräte, berücksichtigt (umsatzbedingte Liquidität). Die Liquidität 3. Grades berücksichtigt also auch den noch zu erwartenden Umsatz.

Achtung: Der Richtwert für die Liquidität 3. Grades sollte für eine zweifache Deckung ausreichen. Die Liquidität 3. Grades ist eigentlich nur für Handelsunternehmen mit Vorräten interessant.


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