1. Geschäftsideen- und Produktentwicklung
Dazu gehören u. a. Fragen wie diese: Welche erfolgreiche Geschäftsideen gibt es bereits? Wie sehen die Produkte der Konkurrenz aus? Was kosten sie? Antworten findet man heutzutage durch Markt- und Konkurrenzanalysen per Internet. Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte man dafür ausschließlich mit Recherchen in Fachzeitschriften oder Branchenverzeichnissen begnügen müssen. Das war nicht nur erheblich zeitaufwändiger und teurer, sondern auch wesentlich weniger ergiebig. Ganz besonders hilfreich ist das Internet übrigens bei der Frage, ob z. B. Namen oder Produkte bereits geschützt sind (z. B. Marken, Patente).
2. Einkauf und Beschaffung
Über das Internet kann man die Qualität und auch die Preise von Waren oder Maschinen oder Rohstoffen recherchieren und vergleichen. Dafür bieten sich in erster Linie elektronische Marktplätze und Portale an. Marktplätze bündeln die Angebote verschiedener Anbieter, meist aus einer Branche. Auf diese Weise kann man die verfügbaren Angebote bequem vergleichen und ggf. auch bestellen. Im Unterscheid zu Marktplätzen präsentieren sich auf Internetportalen Unternehmen gemeinsam, die z. B. zu einer Region oder Branche gehören (also z. B. zu Bayern) oder zu den deutschen Weinproduzenten).
3. Produktionsplanung und -steuerung
Wichtige Voraussetzung für eine kostengünstige Produktion ist die schnelle und reibungslose Zusammenarbeit im Unternehmen oder zwischen verschiedenen Unternehmen. Eine enge Abstimmung ist vor allem für solche Unternehmen wichtig, die gemeinsam an komplexen gemeinsamen Aufgaben arbeiten: z. B. an grafischen Entwürfen, an Plänen von Maschinen oder an der Erstellung großer Softwarepakete. Hier werden z. B. Entwürfe oder Produkte per Internet ausgetauscht. Auf diese Weise können Unternehmen oder vielleicht sogar an unterschiedlichen Standorten in Europa und Asien angesiedelt sind.
4. Marketing und Kundenbindung
Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld jedes Unternehmens ist es, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden weiterhin zufriedenzustellen. Dazu braucht es Werbung und sachliche Produktinformationen. Hier ist das Internet gegenüber anderer Medien der Werbung und Unternehmenskommunikation in einigen Belangen klar im Vorteil.
Fast drei Viertel der deutschen Bevölkerung (ab 10 Jahren) nutzen das Internet. Das bedeutet: Schon allein rein rechnerisch kann man auf diesem Wege jede Menge potenzieller Kunden ansprechen: die nicht-deutschen Kunden noch nicht einmal mitgezählt.
Unternehmensinformationen können im Internet außerdem schnell auf den neuesten Stand gebracht und somit immer aktuell gehalten werden. Im Gegensatz dazu erscheinen viele gedruckte Kataloge oftmals nur jährlich und sind schnell überholt. Ein weiterer Vorteil: Große Informationsmengen können ansprechend und übersichtlich präsentiert werden.
Dann muss man wissen: Viele Kunden informieren sich heute zwar unverbindlich über das Internet zu bestimmten Produkten. Kaufen tun sie diese dann aber oft auf traditionellen Wegen wie im Geschäft vor Ort oder per Telefon oder Fax. Erfolgreich sind hier vor allem Unternehmen, die das Internet neben ihren traditionellen Geschäftsprozessen nutzen.
Und was die Kundenbindung angeht: Eine Internet-Seite kann z.B. Gästebücher anbieten, in die sich ein Besucher eintragen kann. Oder sie verfügt über eine Bestellfunktion für einen regelmäßiges Newsletter mit den neuesten Nachrichten und Infos über günstigste Schnäppchen. Oder sie enthält Informationen rund um das jeweilige Unternehmen und Gebrauchsanweisungen und Erste-Hilfe-Hinweise für seine Angebote.
5. Vertrieb
Der Vertrieb zählt im traditionellen Geschäftsleben zu den besonders kostenintensiven Unternehmensbereichen. Das Internet kann hier zumindest ein wichtige Ergänzung sein.
Ganz vorn beim E-Business-Vertrieb steht der Online-Handel über Shops im Internet, eine Weiterentwicklung des Versandhandels. Aus einem Online-Katalog kann der Kunde Waren in einen virtuellen Warenkorb legen und bestellen.
Zum Online-Vertrieb eignen sich Waren, die man zum Kauf typischerweise nicht "anfassen" muss, wie z. B. Bücher, DVDs oder Tickets. So macht die Reise- und Tourismusbranche mittlerweile einen Großteil des Umsatzes über das Internet.
Probleme gibt es allerdings oft bei der Auslieferung von Waren. Die geschieht - wie in der Vergangenheit bei Katalogversendern auch - über Logistikdienstleister (z. B. von der Post oder anderen Paketdiensten). Die Erfahrung der Kompetenzzentren für den elektronischen Geschäftsverkehr zeigt, dass viele Unternehmen die Anforderungen, die sich im Bereich der Logistik aus einem Online-Shop ergeben, unterschätzen (z. B. die Kosten für Lagerhaltung, bis die Ware tatsächlich verkauft ist und raus kann).
6. Innerbetriebliche Verwaltung
Viele traditionelle unternehmerische Abläufe leiden unter so genannten Medienbrüchen (wenn also eine Bestellung telefonisch reinkommt und dann per Hand in der Computer eingegeben werden muss). Dazu kommen Arbeitsunterbrechungen durch enge tarifliche Arbeitszeiten, die Nicht-Erreichbarkeit von wichtigen Mitarbeitern usw. Die Folgen sind Zeitverluste bei der Arbeit und damit hohe Kosten, bis beispielsweise eine Bestellung angenommen, die Ware verschickt und die Rechnung an den Kunden auf den Weg gebracht worden ist. Solche Prozesse können in einem Bruchteil der Zeit ablaufen, wenn der gesamte Workflow, wie man heute sagt, in der EDV programmiert ist und vollautomatisch abläuft.


Einsatzfelder