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Kommunikation in Krisenzeiten: Warum? Wann? Mit wem? Was?



Wer weder Mitarbeiter noch Auftraggeber, Lieferanten und Banken über die Schieflage im Unternehmen rechtzeitig aufklärt, läuft Gefahr, die Krise dadurch noch weiter zu verstärken: Spekulationen und Gerüchte erhalten enormen Auftrieb. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Unternehmenskrise zur Existenzkrise entwickelt, steigt um ein Vielfaches. Und: Die Chance für einen vielleicht notwendigen Neustart wird damit vertan.



Kommunikation mit Mitarbeitern und Führungskräften

Warum?

Motivation und Leistungsbereitschaft stabilisieren
vorhandene Potenziale ausschöpfen
von Beginn an Mitarbeitern Orientierung bieten durch realistische Information

Was und Wie?

Zeitnahe Mitarbeiterbesprechung
Betriebsversammlung einberufen

Worauf ist zu achten?

Sofort, wenn "Bedrohung" für das Unternehmen bevorsteht, Kontakt mit den betrieblichen Gremien (z.B. Betriebsrat, Sprecherausschuss) aufnehmen
Situation offen und realistisch schildern
Ursachen und Rahmenbedingungen benennen
um Vertrauen werben und an Konsensfähigkeit appellieren (z.B. freiwilliger Verzicht auf Gehaltsbestandteile)
Sofortmaßnahmen initiieren (z.B. Projektgruppe, Task Force, Sanierungsberatung)
mögliche Konsequenzen aufzeigen (z.B. Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, betriebsbedingte Kündigungen, Änderungskündigungen, Einleitung eines Insolvenzverfahrens)
Abteilungsbesprechungen durchführen
Einzelgespräche anbieten


Kommunikation mit Geschäftspartnern (Kunden und Lieferanten)

Warum?

Ausloten, wie die Interessen der Geschäftspartner in Übereinstimmung zu bringen sind
vorhandene Potenziale ausschöpfen

Was und Wie?

Abgestufte Kommunikation, je nach Wichtigkeit des Kunden bzw. Lieferanten, in mündlicher oder schriftlicher Form (z.B. Lieferanten-/Kundengespräche bzw. -besprechungen)

Worauf ist zu achten?

Situation realistisch darstellen, ggf. mit Unterstützung von Steuer- oder Unternehmensberatern
um Mithilfe bei der Krisenbewältigung bitten (z.B. Zahlungsaufschub, Lieferantenkredit, Stundung, Fristverlängerung, Skonto- oder Rabattgewährung)
Appell an Vergangenheit und gemeinsame Zukunft
kontinuierliche Kommunikation vereinbaren


Kommunikation mit Banken

Warum?

Liquidität sicherstellen
Existenzsicherung gewährleisten

Was und Wie?

Gespräch mit Kundenberater der Hausbank und evtl. weiterer Geschäftsbanken
Kontaktaufnahme mit Förderbank (z.B. KfW, Bürgschaftsbank)

Worauf ist zu achten?

Informationen (Unternehmenslage, Engpass) realistisch darstellen
Konzept zur Krisenbewältigung skizzieren (mündlich/schriftlich)
aussagefähiges Zahlenmaterial vorlegen, ggf. Termin mit Steuer- oder Unternehmensberater gemeinsam wahrnehmen
zur Verfügung stehendes Instrumentarium ausloten (z.B. Erhöhung Kreditlinie, Umschichten von Krediten, Darlehensaufnahme)
gemeinsames Gespräch mit allen beteiligten Banken zur Lösungsfindung vereinbaren


Kommunikation mit externen Institutionen (z.B. Agentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger, Kammern)

Warum?

alle verfügbaren Möglichkeiten zur Existenzsicherung ausschöpfen
externen Sachverstand nutzen

Was und Wie?

rechtzeitig Kontakt aufnehmen, um gesetzliche Handlungsspielräume zu klären/td>
Existenzsicherungsmaßnahmen vereinbaren

Worauf ist zu achten?

Lückenlose Information der jeweiligen Ansprechpartner
Lösungsmaßnahmen eruieren (z.B. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen)
Förderungsmöglichkeiten durch das Arbeitsamt abstimmen und Einführung von Kurzarbeit festlegen
vorhandenen Beraterpool nutzen
"Runden Tisch" der KfW Mittelstandsbank in Anspruch nehmen



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